| (1) |
Ein innergemeinschaftlicher Erwerb gegen Entgelt liegt vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
1. Ein Gegenstand gelangt bei einer Lieferung an den Abnehmer (Erwerber) aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates in das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates oder aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet in die in § 1 Abs. 3 ↓ bezeichneten Gebiete, auch wenn der Lieferer den Gegenstand in das Gemeinschaftsgebiet eingeführt hat;
2. der Erwerber ist
a) ein Unternehmer, der den Gegenstand für sein Unternehmen erwirbt, oder
b) eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt,
und
3. die Lieferung an den Erwerber
a) wird durch einen Unternehmer gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausgeführt und
b) ist nach dem Recht des Mitgliedstaates, der für die Besteuerung
des Lieferers zuständig ist, nicht auf Grund der Sonderregelung für
Kleinunternehmer
steuerfrei.
| (2) |
Als innergemeinschaftlicher Erwerb gegen Entgelt gilt das Verbringen eines Gegenstands des Unternehmens aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet in das Inland durch einen Unternehmer zu seiner Verfügung, ausgenommen zu einer nur vorübergehenden Verwendung, auch wenn der Unternehmer den Gegenstand in das Gemeinschaftsgebiet eingeführt hat.
Der Unternehmer gilt als Erwerber.
| (3) |
Ein innergemeinschaftlicher Erwerb im Sinne der Absätze 1 ↓ und 2 ↓ liegt nicht vor, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:
1. Der Erwerber ist
a) ein Unternehmer, der nur steuerfreie Umsätze ausführt, die zum Ausschluss vom Vorsteuerabzug führen,
b) ein Unternehmer, für dessen Umsätze Umsatzsteuer nach § 19 Abs. 1 ↓ nicht erhoben wird,
c) ein Unternehmer, der den Gegenstand zur Ausführung von Umsätzen verwendet, für die die Steuer nach den Durchschnittssätzen des § 24 ↓ festgesetzt ist, oder
d) eine juristische Person, die nicht Unternehmer ist oder die den Gegenstand nicht für ihr Unternehmen erwirbt,
und
2. der Gesamtbetrag der Entgelte für Erwerbe im Sinne des
Absatzes 1
Nr. 1 ↓ und des Absatzes 2
↓ hat den Betrag von 12.500 Euro im
vorangegangenen Kalenderjahr nicht überstiegen und wird diesen Betrag im
laufenden Kalenderjahr voraussichtlich nicht übersteigen
(Erwerbsschwelle).
| (4) |
Der Erwerber kann auf die Anwendung des Absatzes 3 ↓ verzichten.
Der
Verzicht ist gegenüber dem Finanzamt zu erklären und bindet den Erwerber
mindestens für zwei Kalenderjahre.
| (5) |
Absatz 3 ↓ gilt nicht für den Erwerb neuer Fahrzeuge und verbrauchssteuerpflichtiger Waren.
Verbrauchssteuerpflichtige Waren im Sinne dieses Gesetzes sind Mineralöle, Alkohol und alkoholische Getränke sowie Tabakwaren.
§ 1a UStG 2005 - Innergemeinschaftlicher Erwerb